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Alle Interviews ungeschnitten und so roh, wie manche der Interviewten

Mitten im bunten Trubel des Tønder Festivals – von allen Seiten Musik, kaum eine ruhige Minute – habe ich 2013 mit den Carolina Chocolate Drops über Tradition, Bühnenkultur und die Liebe zur amerikanischen Roots-Musik gesprochen.
Zwischen entspannter Festivalstimmung und tiefgründigen Gedanken erzählen sie, warum ihre Musik mehr ist als nur Nostalgie, und wie sehr sich die Atmosphäre zwischen Feldaufnahmen und Bühnenperformance unterscheidet.
🗣️ Ausschnitte aus dem Interview (engl./dt.):
“Well, it’s a lot more selective in America… there’s a strong, you know, selective group here and there that are very into this music.”
„In Amerika ist das viel selektiver… es gibt hier und da Gruppen, die sich sehr für diese Musik begeistern – auch wenn die breite Masse eher dem Mainstream folgt.“
“When I perform on stage, that’s not the same as collecting out in the field.”
„Auf der Bühne zu stehen ist etwas völlig anderes, als Musik im Feld zu sammeln.“
“You’re trying to capture a performance in its natural setting… But when you’re performing on stage, you’re never in that natural setting at all.”
„Draußen versucht man, eine Darbietung in ihrer natürlichen Umgebung einzufangen – auf der Bühne existiert dieses Umfeld aber nicht. Man muss es künstlich erschaffen.“
📍 Ort: Tønder Festival, Dänemark
📅 Jahr: 2013
🎶 Ein aufschlussreiches, authentisches Gespräch mit einer Band, die das kulturelle Erbe nicht konserviert, sondern lebendig macht.
❓ Wie wichtig ist euch Authentizität in Musik – lieber roh und ursprünglich oder perfekt inszeniert?
Freddie Green, 1987 – (c) Jazz Podium

Freddie Green, der legendäre Gitarrist der Count Basie Orchestra, war eine wahre Ikone des Jazz, bekannt für seinen markanten Rhythmusstil und seine Fähigkeit, das gesamte Ensemble mit einem einzigen Akkord zu tragen.
Zwei Monate vor seinem Tod hatte ich die einzigartige Gelegenheit, ihn zu interviewen. In unserem Gespräch reflektierte er über seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Basie und seinen Einfluss auf den Jazz.
Green erzählte mir, wie er die Entwicklung des Jazz über die Jahre beobachtet hatte, immer mit dem Fokus auf die Rhythmusarbeit und das Zusammenspiel im Ensemble. „Es geht darum, den richtigen Groove zu finden und die anderen Musiker zu unterstützen. Es ist keine Soloshow“, sagte er. Trotz seines unglaublichen Erfolgs blieb Green bescheiden und betonte immer wieder, wie wichtig das Teamgefühl im Jazz sei.
Sein Spiel war von einer Klarheit und Einfachheit, die oft übersehen wurde, aber gerade diese Zurückhaltung machte ihn zu einem der gefragtesten Musiker seiner Zeit. Seine Gitarrenbegleitung war das Fundament vieler legendärer Aufnahmen – seine Technik hatte etwas Unglaubliches, das jeder Musiker und jedes Publikum zu schätzen wusste. In diesem Interview, das nur wenige Monate vor seinem Tod stattfand, war er jedoch genauso bescheiden und gelassen wie immer, ein wahrer Gigant, der nie seine Wurzeln oder den wahren Sinn des Spiels aus den Augen verlor.
🎧 Jetzt reinhören und ein Stück Musikgeschichte erleben!
Und hier die Playlist für Freddie Green:
https://open.spotify.com/playlist/1vP4Pq3dcrvdmyuFTqagUU?si=78336864911f4160

In diesem Interview aus den 1980er-Jahren erzählt Phil Coulter von seiner Arbeit als Musiker, Komponist und Produzent. Geboren 1942 in Derry, schrieb er Songs für internationale Künstler und prägte die irische Musikszene. Sein Lied „The Town I Loved So Well“, von Luke Kelly und The Dubliners eindrucksvoll interpretiert, wurde zu einer bewegenden Hommage an seine Heimatstadt.
Coulter spricht auch über seine Arbeit als Produzent und darüber, warum ihn besonders die langsamen, melodischen Stücke berühren: Er wollte bekannte Lieder von allem Überflüssigen befreien und ihren emotionalen Kern freilegen. Ein persönlicher Einblick in die Gedanken und die Musik eines Künstlers, dessen Melodien bis heute nachklingen.
Rhiannon Giddens ist einzigartig – eine Sängerin, die niemals nur das Eine sucht. Klassisch ausgebildet, Opernsängerin und tief im Herzen ein Mensch, der die Musik ihres Volkes lebt und liebt. Kein Wunder also, dass sie ihre wirklich ersten Schritte zum Ruhm bei den Carolina Chocolate Drops machte. Dieses Trio hatte sich ganz der Musik der colored people verschrieben und schaffte es genau diese Musik in das Bewusstsein vieler Menschen zu bringen. Das reichte Giddens allerdings nicht, daneben gab es auch das keltische Element, wobei sicher ihr Ehemann keine geringe Rolle spielte und es gab den Wunsch nicht stehen zu bleiben und immer wieder neue Entdeckungen zu machen. Es kam, wie es kommen musste. Die Drops trennten sich und jeder ging seinen eigenen Weg. Dom Flemons wurde zum „black cowboy“ und Giddens sang auf „Tomorrow is my turn“ Charles Aznavour und wie! Zu diesem Album entstand auch das Interview. Inzwischen ist sie weiter gewandert, hat neue Alben eingespielt. Gäbe es Rhiannon Giddens nicht, man sollte sie schnellstens erschaffen. Die musikalische Playlist zu Rhiannon finden sie hier: https://open.spotify.com/playlist/3Wy…

Es kommt nicht allzu oft vor, dass ein Interview mit dem Rezept für ein Lieblingsrezept des Künstler beginnt. 1987 war es aber so und Chris Rea erklärt mit die Zubereitung von Ossobuco. Da war nichts von tanzen am Strand oder zu Weihnachten nach Hause fahren. Also erst mal essen und dann sehen wir weiter.
Natürlich haben wir dann auch im Interview weitergesehen. Nur voraussehen in der Zeit konnten wir nicht. Dies war die Zeit des kommerziell erfolgreichen Engländers aus Middlesbrough, der den Blues und die Fender-Gitarren liebte, aber von seinem Pop-Rock leben musste und sehr gut konnt. Der andere Rea begann zwei Jahre später, als er die Road to Hell betrat und die Hölle brach dann 2016 aus. Bei einem Abstecher in die Pub erlitt er einen Schlaganfall. Davon erzählt dann ein anderes Interview. Hier geht es in die Zeit von On the Beach und Dancing with Stranger.
Interviewsprache: Englisch
Musiklink für die Interview: https://open.spotify.com/playlist/55paUNZuCzsQ3pEFWNxN1i?si=a593910917384448
Manche Märchen geschehen auch im 21. Jahrhundert. Eines dieser Märchen ist die Geschichte der “Hot Sardines“, das seinen Anfang in einer Nudelfarm in New York seinen Anfang machte – das war 2007. Der Schauspieler Evan “Bibs” Palazzo und die französische Autorin Elizabeth Bougerol trafen aufeinander und schnell war man sich einig zukünftig zusammen musikalisch durchs Leben zu gehen.
Schnell waren Mitstreiter gefunden und die Band begann New York City zu erobern. Das alles machte auch eine Plattenfirma neugierig und 2015 erlebte das Debütalbum der Sardinen seine Veröffentlichung – nicht nur in der USA, auch in good old Europe.
So kamen Elizabeth Bougerol und Evan Palazzo dann auch ins Studio zur Tonart von DLRK. Und es war, wie später das Konzert im Berliner Jazzclub „A-Trane“ ein Spaß der swingenden, treibenden Art.
Some fairy tales happen even in the 21st century. One of these fairy tales is the history of the “Hot Sardines”, which started in a pasta farm in New York – that was in 2007. The actor Evan “Bibs” Palazzo and the French author Elizabeth Bougerol met and quickly agreed to go through life musically together in the future. Soon other musicians with the same ideas were found and the band began to conquer New York City. A record company also made was fascinated and in 2015 the Sardinen debut album experienced its publication – not only in the USA, but also in Good Old Europe. So Elizabeth Bougerol and Evan Palazzo came to the Tonart-Studio of DLRK. And it was like the concert in the Berlin jazz club „A-Trane“ later, all was fun, full of swing and a lot of power.

Fragen & Vorschläge

Aber auch wenn Sie eigene Erinnerungen an den RIAS oder DLR Berlin/Kultur haben

hallo (at) hinfort.de