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24. Dezember 2017 (Sonntagmorgen)

Frohe Weihnachten

Francis P. Church

Er schrieb Virginia die Antwort

Eine Frage, die jedes Jahr aufs Neue, Kinderherzen bewegt ist: Gibt es einen Weihnachtsmann? Und wenn ja, wo wohnt er? Diese Frage stellte vor über 100 Jahre auch die achtjährige Virginia der „New York Sun“. Die Antwort: „Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann.“

Räumen wir mal gleich mit einem – heutzutage – verbreiteten Irrtum auf. Der Weihnachtsmann in seiner roten Montur und dem weißen Rauschebart ist nicht die Erfindung eines amerikanischen Brausekonzerns. Der hatte 1931 einfach einen Grafiker beauftragt für seine Werbekampagne einen Weihnachtsmann in den Farben der Firma – rot und weiß - zu zeichnen. Das tat dieser auch, nur bediente er sich an längst vorhandenen Vorlage und Bildern. Und nicht mal die Farben musste er ändern.

Luther sei Dank, haben wir nun zwei Tage im Advent, an denen sich Kinder über Geschenke freuen dürfen. Im Mittelalter war es der 6. Dezember, der Tag des Heiligen Nikolaus, und erst mit der Reformation wurde das Schenken dann auf das Weihnachtsfest verlegt. Quasi als Gegenpol zur Heiligenverehrung der katholischen Länder. Spätestens seit dem Biedermeier und Hoffmann von Fallersleben und seinem Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ hat sich der Brauch aber jenseits der Religion überall eingebürgert. Ja selbst in schintoistischen Japan bringt am kurisumasu (jap. Weihnachten) Santa Claus Geschenke.

Überhaupt Santa Claus. Natürlich ist dieser Name nur eine Ableitung vom Nikolaus, doch in der anglo-amerikanischen Kultur ist er fester Bestandteil der Weihnachtszeit und sein Rentier Rudolph (der mit der roten Nase) fast berühmten als er selbst. Letztlich sind die Namen für den Mann mit den Geschenken nur Schall und Rauch. Ob als Father Christmas (England), Père Noël (Frankreich), Sinterklaas (Niederlande) oder Joulupukki (Weihnachtsbock, in Finnland) – wichtig ist, er kommt und bringt die Geschenke.

Einigkeit herrscht über seinen Wohnort, hoch im Norden wohnt er, ob nun am Nordpol oder am Polarkreis in Finnland, bleibt dabei egal. Und über die Geschwindigkeit mit der er am 24. Dezember die Geschenke bringt zerbrechen sich höchstens Wissenschaftler das Hirn. Und so erfahren wir:

378 Millionen zu beschenkende Kinder (laut Volkszählungsbüro) gibt es weltweit. Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt das 91,8 Millionen Häuser.

Er dank der Zeitzonen einen 31-Stunden-Weihnachtstag, wenn er von Osten nach Westen reis. In einer Sekunde muss er also 822,6 Besuche absolvieren. Also hat der Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt 1/1000 Sekunde Zeit für die Arbeit.

Der Schlitten des Weihnachtsmannes fliegt also mit 1040 km pro Sekunde, der 3.000-fachen Schallgeschwindigkeit.

Richard Dehmel

Aber was verstehen Wissenschaftler schon von Weihnachten und dem Weihnachtsmann?

Der deutsche Dichter Richard Dehmel (1863-1920) fand diese Worte:

Vater, Vater, der Weihnachtsmann!
Eben hat er ganz laut geblasen,
viel lauter als der Postwagenmann.
Er ist gleich wieder weitergegangen,
und hat zwei furchtbar lange Nasen,
die waren ganz mit Eis behangen.
Und die eine war wie ein Schornstein,
die andre ganz klein wie'n Fliegenbein,
darauf ritten lauter, lauter Engelein,
die hielten eine großmächtige Leine,
und seine Stiefel waren wie Deine.
Und an der Leine, da ging ein Herr,
ja wirklich, Vater, wie'n alter Bär,
und die Engelein machten hottehott;
ich glaube, das war der liebe Gott.
Denn er brummte furchtbar mit dem Mund,
ganz furchtbar schlimm, ja wirklich; und -

"Aber Detta, du schwindelst ja,
das sind ja wieder lauter Lügen!"

Na, was schad't denn das, Papa?
Das macht mir doch soviel Vergnügen.
"So? - Na ja."