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The Computers

Love Triangles, Hate Squares

Was für eine Musik erwartet man von einer Band, die sich „The Computers“ nennt? Elektronisches. Programmiertes. Technoartiges! Falsch!
„Love Triangles, Hate Squares“ – ein doppeldeutiger Titel, letztendlich eine Absage an die Squares, die Spießer dieser Welt. So ein Statement verlangt allerdings sofort nach der Gegenfrage: Wie viel Spießer steckt in The Computers?
Wenn man Spießigkeit als Angst vor Grenzüberschreitungen definiert, dann sind die Computers alles andere als spießig: Ihre Musik dröhnt wie die einer Garagenband, hat aber bei allen rockigen Momenten auch eine soulige Seite und sogar einen gewissen Funk. Rockabilly trifft Punk, so die vereinfachte Formel. Nur eins hat sie gar nicht: elektronische Momente – zu Ironie sind die fünf Musiker, die sich auf aktuellen Bandfotos in Retroanzügen präsentieren, also auch noch fähig, das zeigen auch Songtitel wie „Disco Sucks“ oder Bring Me The Head Of A Hipster“.
Wir halten also fest: nicht spießig, sondern witzig. Aber auch relevant? Immer wieder probierten sich in den letzten Jahren Bands an krachigen, scheppernden Sounds, von den Strokes bis zu den White Stripes. Ihnen können die Computers nicht das Wasser reichen. Das liegt vor allem daran, dass sie nicht genügend richtig gute Songs verfügen, um ein ganzes Album vernünftig zu füllen – für ein halbes aber reicht es allemal. Martin Böttcher