)

The Black Keys

Turn Blue

The Black Keys firmieren in den einschlägigen Nachschlagewerken des Internets noch immer als Blues-Rocker. Doch diese Zeiten hat das Duo hinter sich gelassen. Einzig das „Blue“ in „Turn Blue“ erinnert noch an den Blues und ihre Anfänge als Garagenband in Akron, Ohio. Heute schimmert alles poliert und präsentiert sich in gefälligem Finish.
Die Zeiten als The Black Keys im Windschatten von Jack Whites „White Stripes" die Rockwelt eroberten sind Vergangenheit: aus, Schluss, fini. Das Duo Dan Auerbach und Patrick Carney, eine der angesagten Bluesrock-Formationen des frühen 21. Jahrhunderts hat sich vom Blues losgesagt - irgendwie. Geblieben ist der Rock und der Anspruch das Vorgängeralbum, das Grammy gekürte „El Camino“, in den Schatten zu stellen. Ein denkwürdiges Unterfangen, denn dieser Chevrolet der Musik füllte die Arenen. Was uns jetzt vom Duo durch die Gehörgänge geblasen wird, klingt irgendwie gefälliger und auf der absoluten Produzenten-Höhe der Zeit; keine Kante reibt sich am Trommelfell, das Raue wurde fein mit Sandpapier geglättet. Doch Achtung! Bei all dem Wohlklang, dieses Album hat auch einen hohen Depressions-Wert. Dan Auerbachs Scheidung hinterließ ihre hörbaren Spuren und so schummelt sich ein sehr persönlicher, manchmal auch hinterhältiger, Blues - wenigstens im Text - doch wieder ein.Mit dabei, diesmal nicht nur als Produzent, sondern auch als Mitautor der Songs, Danger Mouse - der verpasst einigen Songs so ein Psycho-Retro-Stil, das ist nicht jedermanns Sache, meine persönlich auch nicht. Um des Wortspielwillens, hier ist die Maus, die brüllte. Aber letztlich ist das Nörgeln auf hohem Niveau, denn besser als auf „Turn Blue“ waren die Black Keys eben nur auf „El Camino“. Uwe Golz
*****

Nonesuch