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Pedrito Martinez Group

Afro-New Yorker Funkjazz

Gehört haben Musikfans Pedrito Martinez sicher schon oft: In dem Animationsfilm „Chico & Rita“ erklang seine Stimme und mit Paul Simon, Sting oder Bruce Springfield stand der Sänger und Perkussionist auch im Studio. Jetzt ist das erste Studioalbum seines Quartetts veröffentlicht worden, schlicht „Pedrito Martinez Group“ betitelt.
Latin-Music erfreut sich großer Beliebtheit und einer ihrer Stars ist Pedrito Martinez. In Kuba geboren, beschloss der 40jährige vor 15 Jahren - bei einer Tournee durch Kanada - nicht wieder auf die heimische Insel zurückzukehren. Seitdem lebt und arbeitet der Perkussionist und Sänger in New York, ist ein gesuchter und vielgebuchter Studiomusiker - wenn es die Zeit erlaubt, denn der Schwerpunkt seines Schaffens liegt im eigenen Quartett.
Und jetzt soll mir keiner kommen mit: Kubaner haben halt Rhythmus im Blut. Das alleine reicht nicht, um es zur Meisterschaft zu bringen. Pedrito Martinez hat neben dem Talent, eine Menge Schweiß und Arbeit in die Musik gesteckt und das Ergebnis kann sich mehr als nur hören lassen.
Der Titel des Albums ist schlicht und trägt einfach den Bandnamen. Das zeigt, der Perkussionist und Sänger Pedrito Martinez, 1973 in Havanna auf Kuba geboren, muss nicht kleckern. Und seine Group muss nicht klotzen. Das Klotzen überlassen sie auf ihrem ersten Studioalbum den illustren Gästen - darunter der Leiter des Lincoln Jazz Centers in New York, der Trompeter Wynton Marsalis, und der Gitarrist John Scofield, Stammgast des Restaurants „Guantanamera“ in Manhattans Hell’s Kitchen, in dem sich die Pedrito Martinez Group 2005 zusammenfand. Die musikalischen Gäste sind mit bedacht gewählt, denn so kann sich das Quartett auf Anhieb die internationale Aufmerksamkeit der Jazzgemeinde sichern.
Wynton Marsalis bläst also seine Trompete, John Scofield greift die Saiten seiner Gitarre, doch viel wichtiger sind die perkussiven Fähigkeiten des Bandleaders Pedrito Martinez. Dass er auch noch singt, na gut, einer muss es ja tun. Doch seine Stimme ist nicht herausragend. Herausragend sind die Rhythmen und Wirbel, die scheinbar mühelosen Tempiwechsel die Martinez auf seinem Schlagwerk fabriziert. Sie sind es, die den Stücken mehr als nur ihren Herzschlag aufzwingen. Sie gehen ohne Umwege in den Bauch und von dort in die Beine. Und im Kopf hinterlassen sie die Frage: Wie macht er das?
Was einst mit Salsa seinen Anfang nahm, hat der heute 40jährige zu einer neuen Melange aus vermischt, die man als Afro-New Yorker Funk bezeichnen kann. Da haben sich der urbane Blues und die Rumba das Ja-Wort gegeben und Soul, Funk, Jazz und was sich sonst so alles im Großstadtdschungel findet waren Trauzeugen. Und wenn jetzt im Herbst die Tage länger und das Wetter kühler wird, dann ist die „Pedrito Martinez Group“ der perfekte Begleiter für die abendlichen Stunden - es darf getanzt werden. Uwe Golz
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Motema Music / Membran

Und hier das Album