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Lana del Rey

Ultraviolence

Lana del Rey

Trotz des unglaublichen Erfolgs ihres Debütalbums „Born To Die“ vor zwei Jahren wurde Lana del Rey ja mancherorts immer noch nicht ganz ernst genommen und als Eintagsfliege abgestempelt. Mit ihrer zweiten Platte belehrt sie jetzt aber alle Zweifler – auch mich – eines Besseren; mit „Ultraviolence“ ist ihr, vielleicht auch Dank Produzent Dan Auerbach, ein echtes Highlight gelungen.
Erst kürzlich hat sich Lana del Rey in einem Interview als Freund der härteren musikalischen Gangart geoutet, nachdem sie sich auf einem Festival die Auftritte von „Muse“, Slash und „Motörhead“ angesehen hatte. Da überrascht es nicht, dass die Sängerin auch selbst auf ihrem neuen Album forschere Töne anschlägt als zuletzt. Das ist natürlich teilweise auch der Verdienst von „Black Keys“-Gitarrist Dan Auerbach. In dessen Studio in Nashville hat sie „Ultraviolence“ binnen kürzester Zeit live mit einer sieben-köpfigen Band eingespielt. Doch abgesehen von Auerbachs Handschrift, die vor allem im charakteristischen Sound der Platte erkennbar ist, hat man vor allem das Gefühl, dass die als Lizzie Grant geborene US-Amerikanerin in ihren Songs und auch bei ihrer Stimme inzwischen erwachsener geworden ist. Vielleicht hat sie den Schock des plötzlichen Berühmtseins nach Jahren der musikalischen Bedeutungslosigkeit jetzt endlich überwunden, nachdem sie vor zwei Jahren unter ihrem neuen Namen Lana del Rey auf einmal weltweit auf Platz Eins der Charts stand.
Auf „Ultraviolence“ wirkt die Sängerin jedenfalls deutlich selbstbewusster und irgendwie mehr in sich ruhend als noch bei ihrem Debüt; sie selbst nennt ihre neuen, retro-angehauchten Songs „Super 8-Filme für die Ohren“. Und auch in ihren Texten blickt Lana del Rey trotz ihrer noch jungen Jahre schon mal zurück: Im Titelsong „Ultraviolence“ erzählt sie zum Beispiel von ihrer Zeit in New York und ihren fragwürdigen Erfahrungen mit einem Sektenführer. Das sollte man gehört haben. Vincent Neumann

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