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Kit Armstrong

Bach / Ligeti / Armstrong

Beginnt ein Mensch im Alter von einem Jahr zu zählen und zu rechnen, als Dreijähriger dann das „Wall Street Journal“ liest und kaum acht sein Konzert-Debüt am Klavier gibt, also, kurz bevor er sein naturwissenschaftliches Studium (an der Utah State University) beginnt – dann kann man wohl getrost von einem Wunderkind sprechen. Inzwischen ist Kit Armstrong erwachsen geworden und hat im Alter von 21 Jahren sein erstes Album veröffentlicht, auf dem er Werke von Bach und Ligeti vereint.
Gemeinsam mit insgesamt 12 Choral-Vorspielen von Johann Sebastian Bach bildet Ligetis Werk den Kern der ersten Solo-Platte von Kit Armstrong, dem ehemaligen „Wunderkind“. Eine CD, die für sein Alter – wie sollte es denn auch anders sein – erstaunlich reif klingt: Kein virtuoses Show-Programm, keine Bravour-Stücke; statt dessen eine etwas sperrige Ligeti-Komposition als Kontrast zu den eher selten gespielten und eigentlich für Orgel geschriebenen Choral-Vorspielen von Bach. Eine durchaus mutige, aber schon in vielen Live-Auftritten erprobte Kombination, die Kit Armstrong auf diesem Album noch durch eine weitere Sichtweise (oder „Blickwinkel“, wie er es nennt) ergänzt: seine Eigenkomposition „Fantasie über BACH“. Und hier wird nicht wieder das so oft zitierte „B-A-C-H“-Motiv neu aufgegossen, Armstrong hat sich - mit Blick auf die Choral-Vorspiele - gleich der bachschen Kompositionstechnik angenommen, er selbst nennt das eine „kompositorische Hommage“ oder „komponierte Interpretation“, mit der er seiner Bewunderung für diese Stücke Ausdruck verleihen wolle. Vincent Neumann

Sony classical

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