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Frank Sinatra

Sinatra 100

Charles Pignone: "Sinatra 100: Das offizielle Buch

Edel Germany, Hamburg 2015 288 Seiten, 39,95 Euro

Wenn Bilder singen könnten

Er war, so sagen seine Fans, der größte Sänger des 20. Jahrhunderts. Unbestritten ist Frank Sinatra noch immer eine Ikone der Popmusik.

Nein, als Bettlektüre eignet sich dieses Sinatra-Buch allein durch seine Größe nicht. Und nein, hier wird nicht die Person des Sängers kritisch durchleuchtet, hier wird - wie es sich anlässlich dieses "runden Geburtstags" gehört, gelobt und gefeiert.

Kein Fremder in der Nacht

(c) Frank Sinatra Enterprises

Die erste Massenhysterie der Popmusik

Immer cool - Frank Sinatra

(c) Frank Sinatra Enterprises

Dass man feiert, das gehört zu einem Geburtstag. Auch, dass die Schatten, die das Geburtstagskind im Laufe seines Lebens (möglicherweise) geworfen hat, nicht in grelles Licht getaucht werden. Im Fall von "Sinatra 100" bedeutet es nun aber nicht, dass Autobiografisches zu kurz käme. Viele Facetten dieser Ikone des Pop des 20. Jahrhunderts werden ausgebreitet, oft durch Zitate des Meisters selbst oder von Familienmitgliedern, Weggefährten und Freunden.

Über seine Musik und die Arbeit dagegen nur sporadische Notizen. Wer das will, liegt hier falsch und sollte zu "Frank Sinatra: Ein Mann und seine Musik - Die Biographie" von Will Friedwald greifen. Ein Buch, das vor etwa zehn Jahren erschienen ist. Was den Reiz dieses Großformats ausmacht, sind die Bilder. Offizielle, private, Selfies und Dokumente zeigen den Mann, den man "The Voice" und später "Ol' Blue Eyes" nannte von einer zum Teil unbekannten Seite und die ist oft faszinierend.

Sinatra war - und das ist unbestritten - ein begnadeter Sänger. Und gerade in seinen frühen Jahren zeigte er den versammelten Croonern "was eine Harke ist". (Wunderbar nachzuhören auf der 4er CD-Box "Frank Sinatra - A Voice On Air 1935 - 1955" mit 100 seltenen und auch unveröffentlichten Radiomitschnitten.) Geboren in Hoboken, New Jersey, legen Fotos eindrucksvoll Zeugnis dieser frühen Jahre ab. Ein junger, schmächtiger Frank Sinatra mit (fast) Segelohren, der es dann als Sänger bei Tommy Dorsey und 1944 in seinem ersten Film "Urlaub in Hollywood" zum Teenie-Idol und die jungen Mädchen zum Kreischen bringt, wie später nur Elvis oder die Beatles.
otos können vieles, aber eben leider nicht alles. Und die Faszination Sinatra ist nur schwer zu erklären. Ein wenig lässt sich erahnen, einiges erfahren - Sinatra im Studio, als Sänger, als Dirigent, als Produzent, mit dem Rat Pack und natürlich auch als Privatmann. Und anfangs immer der Hut mit breitem Band - sein Markenzeichen, so wie "My Way".

Dieses "Sinatra 100" ist das offizielle Buch zum Geburtstag des Sängers, herausgegeben von seiner Familie und der Firma Frank Sinatra Enterprises. Die haben auch ihre privaten Fotoschatullen geöffnet, aber kritische Worte oder Wertungen dürfen nicht erwartet werden, versteht sich von selbst. Mein Vorschlag wäre, Platte auflegen - am besten Vinyl ("Songs for Swingin' Lovers") oder die oben erwähnte Box und dann beim Hören in die Bilderwelt abtauchen. Uwe Golz