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Dave van Ronk

Down In Washington Square

Dave van Ronk

Der wahre Llewyn Davis

Noch lange danach, wenn niemand mehr über den Film „Inside Llewyn Davis“ der Coen Brüder reden wird, werden die Songs der Folkies und des Hauptdarstellers zu hören. Doch der Film-Folksänger Llewyn und auch die Lieder sind keine Erfindungen des Brüderpaars. Die Figur basiert auf der Gestalt und der Autobiografie von Dave van Ronk, einem der Väter des amerikanischen Folk- und Bluesrevivals Anfang der 60er Jahre. Und die Songs gehören zum kulturellen Erbe der USA. Dank den gerade wiederveröffentlichten Folkways-Aufnahmen van Ronks - „Down In Washington Square: The Smithsonian Folkways Collection“ - können nun alle auch das Original kennenlernen.
Dave van Ronk war eine der Lichtgestalten des New Yorker Greenwich Village und als „Bürgermeister der Mac Dougall Street“ ist der in Brooklyn geborene Musiker in die Musik-Geschichte von Big Apple eingegangen. Er war der väterliche Freund und Förderer von damals kommenden Stars wie Joni Mitchell oder Bob Dylan. Und jener über ihn gesagt: „In Greenwich Village war Van Ronk der König der Straße und er herrschte mit Grandezza.“Welcher Art dieser König war, das ist auf der Retrospektive „Down In Washington Square“ wunderbar nachzuhören.
Die 54 Aufnahmen, die van Ronk für das Folkways-Label gemacht hat, umfassen seine gesamte Karriere - beginnend mit dem Jahr 1958, in dem er zum ersten Mal als professioneller Musiker in Erscheinung trat und endend mit den letzten Studio-Aufnahmen van Ronks 2001, nur wenige Monate vor seinem Tod im Februar 2002. Als besonderer Leckerbissen findet sich auch ein - bisher unveröffentlichtes - Konzert aus dem Jahr 1997 auf den drei CDs. Und so kann man hier erstmals bequem den musikalischen Weg von Dave van Ronk folgen, der mit den klassischen Folksongs, wie man sie am Lagerfeuer sang, begann und der dann seinen Weg immer weiter in den Blues fand, beeinflusst durch Furry Lewis und Mississippi John Hurt. Diese Box ist jeden Euro wert, wenn man wissen will, wo Robert Zimmermann das Laufen gelernt hat.
Und wer noch mehr über den Dave van Ronk erfahren will, als in dem 40seitigen Begleitheft zu finden ist, dem empfehle ich seine Autobiografie „Der König von Greenwich Village“. Uwe Golz

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Smithsonian Folkways