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Anderson / Ulväus: Chess in Concert

Zwei Jahre nach dem sich Abba Aufgelöst hatte und wie einst die Beatles ein Vakuum hinterließen, traten die beiden Bs der Band mit dem Musical „Chess“ wieder an die Öffentlichkeit. Zusammen mit Tim Rice erzählten sie die Geschichte zweier Schachspieler als Parabel auf den Kalten Krieg. Im letzten Jahr wurde dieses Musical als Konzert noch einmal aufgeführt, der Mitschnitt des Konzerts ist jetzt erschienen.
Popmusiker jenseits ihrer Erfolgsgleise laufen oft in Gefahr zu entgleisen. Benny Anderson und Björn Ulväus wagten den Schritt und hatten Erfolg. Ihr Musical „Chess“ eine oft bravouröse Parforce-Jagd zwischen Pop und Klassik wurde bei seiner Premiere, 1986 in London, nicht nur von Publikum, sondern auch von den Kritikern gefeiert. Am Broadway aber ging man unter – bereits zwei Monate nach der US-Premiere wurden dort die Pforten geschlossen. Anderson und Ulväus ließen sich durch den US-Misserfolg allerdings nicht beirren. Im Jahr 2002 erschien eine schwedische Fassung mit überarbeitetem Libretto, für „Chess“ nichts besonderes, denn bereist in Großbritannien hatte sich das Stück – wie auch die Weltpolitik - von Monat zu Monat verändert.
Bisher letzter Streich der verschiedenen Schachpartien war im letzten Jahr nun das Londoner Konzert. Die Royal Albert Hall verwandelte sich in eine Musical-Arena, bis zum letzten Platz von – sicherlich – Abba-Fans gefüllt. Der Mitschnitt dieses Konzerts ist als Doppel-CD auch bei uns in Deutschland erschienen und sicher nur Fans zu empfehlen. Nein, das Musical ist nicht schlecht, doch die Mischung dieser CD lässt manchmal sehr zu wünschen übrig. Da scheint ein digitaler Maniac zum Rundumschlag angesetzt zu haben, um noch das Letzte herauszukitzeln. Manchmal ist zu viel des Guten einfach Zuviel. Was bleibt ist die aktuellste Fassung eines sich stetig verändernden Musicals.
Der Mitschnitt von „Chess in Concert“ aus dem letzten Jahr ist jetzt sowohl als Doppel-CD, als auch als DVD bei uns erschienen. Wären da nicht die technische Mängel, durchaus empfehlenswert, so aber ist die Doppel-CD nur für echte Fans von Benny Anderson und Björn Ulväus geeignet. ego

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