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Through The Never

Metallicas Apokalypse

Wann immer Ennio Morricones “The Ecstasy Of Gold” aus dem Film “The Good, The Bad & The Ugly” erklingt, wissen “Metallica”-Fans, was die Stunde geschlagen hat: Dann erscheinen nämlich die Urgesteine des Heavy Metal höchst selbst auf der Bühne; in diesem Fall sogar gleich auf der Kino-Leinwand. „Through The Never“ heißt das brandneue Filmprojekt der Band; nach der Krisenbewältigungs-Doku „Some Kind Of Monster“ versuchen sich „Metallica“ dieses Mal tatsächlich am Spielfilm-Genre.
Die Geschichte des Roadies, der auf einem alptraumhaften Trip durch die Stadt von einem maskierten Reiter verfolgt wird, ist allerdings eher nebensächlich, um nicht zu sagen: ziemlich sinnfrei. Im Mittelpunkt von „Through The Never“ steht definitiv die gigantische Stadionshow mit einem Konzert-Programm, das exklusiv für diesen Anlass zusammengestellt wurde – wie auch die Bühnen-Dekoration ein Querschnitt durch 30 Jahre Bandgeschichte, der jetzt als Doppel-CD erschienen ist.
Fragen wie: „Warum muss man so einen Film in 3D drehen?“, oder: „Hätte man die apokalyptische Rahmenhandlung nicht einfach weglassen können?“ – die sollte man im Zusammenhang mit dem neuen „Metallica“-Kinoprojekt vielleicht besser nicht stellen. Letztendlich sind diese Spielereien wirklich völlig überflüssig. Die unglaublich aufwändige Bühnenshow ist auch ohne 3D-Effekte beeindruckend, und durch die alptraumhafte Fantasy-Geschichte des Roadies, die nur gelegentlich eingestreut wird, bekommt der Konzertmitschnitt eher die Atmosphäre eines eineinhalb-stündigen Musikvideos als die eines Kino-Spielfilms. Aber das Schöne ist: Eigentlich ist das auch völlig egal, denn das Konzert, das „Metallica“ da abliefern (oder besser, der Zusammenschnitt aus fünf Abenden in Kanada), der ist absolute Extra-Klasse und wird jeden Fan und Sympathisanten glücklich machen. Der Rest, also die ganze Geschichte drum herum, ist da nur ein kleiner Bonus. Vincent Neumann

****1/2
Mercury

Das Album zum Film