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John Barry

The Definitive Collection

John Barry
John Barry

Es ist nicht die Erste, und es wird wohl auch nicht die letzte „Best Of-Box“ sein mit Musik der vor dreieinhalb Jahren verstorbenen Filmmusik-Ikone John Barry. Allerdings hat sich in einer Schaffenszeit von rund einem halben Jahrhundert natürlich auch einiges angesammelt, sodass man auch auf den sechs CDs von „John Barry – The Definitive Collection“ nicht müde wird, den großartigen Melodien des Briten zu lauschen. Dazu gehören natürlich auch seine Bond-Songs.
Die zahlreichen Highlights von Barrys elf Bond-Scores nehmen natürlich einen erheblichen Platz in der 6-CD-Box ein. Auch seine Oscar-prämierten Filmmusiken zu „Born Free“, „Jenseits von Afrika“ und „Der mit dem Wolf tanzt“ werden natürlich gewürdigt und nicht zu vergessen, die frühen Jahre, die Zeit kurz vor seinem großen Durchbruch als Bond-Komponist vor ziemlich genau 50 Jahren.
Allerdings – und das ist in diesem Fall wirklich ein Wehrmutstropfen – handelt es sich auch dabei nicht um die Originalaufnahmen. Das filmmusikerprobte „City of Prague Philharmonic Orchestra“ hat Barry neu eingespielt und das ist schade, weil man gerade bei diesen frühen Aufnahmen, die John Barry für Film und Fernsehen in England gemacht hat, eigentlich ganz wunderbar die Entwicklung dieses später dann so unverkennbaren Sounds nachverfolgen kann, mit der schmutzig-knarzenden Gitarre und dem dicken Blechbläser-Satz – so wie bei seiner ersten jemals auf Platte veröffentlichten Filmmusik zu „Beat Girl“ aus dem Jahr 1960.
Leider ist dieses Best of… der „John Barry – The Definitive Collection“ nur eine klinisch reine, aber dadurch ziemlich leblose Best-of-Sammlung. Ein Manko, das sich durch alle sechs CDs dieser Box zieht, nur dass es halt bei den zahlreichen Orchesterstücken nicht so negativ auffällt wie beim Band-Sound. Denn das „City of Prague Philharmonic Orchestra“ gehört inzwischen zu den etablierten und zu Recht anerkannten Filmmusik-Spezialisten, die auch in diesem Fall gewohnt souverän durch die John Barry-Klassiker führen. Vincent Neumann

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Silva Screen