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Inglourious Basterds

Quentin Tarantino hat also wieder zugeschlagen: Seine „Inglorious Basterds“ sind blutig, fröhlich und musikalisch auf Nazi-Jagd. Allen voran Brad Pitt, der allerdings schauspielerisch von Christoph Walz (zu Recht Gewinner der Cannes-Palme) in den Schatten gestellt wird. Heimlicher Star des Films aber ist, wie so oft bei Tarantino, die Musik. Und die wartet mit einer Tour de Force durch alle Genres auf. Als Tarantino seine Geschichte von den Nazijägern plante, plante er auch –erstmals in seiner Filmgeschichte – einen Soundtrack von einem Komponisten zu verwenden. Für Tarantino fast schon eine Revolution, war er doch stets der Meinung, diese Festlegung würde dem ganzen ein zu festes Korsett überstülpen. Seine Wahl viel auf Ennio Morricone, dessen Musik er ja schon bei „Kill Bill“ benutzt hatte. Doch der 80jährige lehnte aus Zeitgründen ab. Also Kehrtwende zurück zu alten Gewohnheiten – und hinein in die Plattensammlung Tarantinos. Und aus dieser Kiste hat er wieder einiges ausgegraben, dass allerdings Tarantino-Fans kaum mehr verwirrt. Und weil der Film ja nun mal im Nazisuget spielt, mussten auch die Film-Sangesgrößen (Zarah Leander, Lilian Harvey – die Deutschland aber schnell verließ - & Willi Fritsch) des III. Reichs ihr Scherflein beitragen.
Sich über die Soundtracks von Quentin Tarantino den Kopf zu zerbrechen ist müßig. Spätestens seit „Pulp Fiction“ ist auch dem letzten klar, der Mann ist nicht nur ein manischer Regisseur, seine Musikbegeisterung steht dem in nichts nach. Tarantinos Filmmusiken erzählen einen gesonderten Film im Film, sind nicht nur Verstärkung einzelner Szenen, sie führen in einer Art Metasprache zu ganz anderen Ein- und Ansichten. Und natürlich durfte eben einer nicht fehlen – auch wenn er nicht den ganzen Soundtrack schreiben wollte: Ennio Morricone. Und der liefert gleich einiges ab – von „La Resa“ bis zu "Il Cinema dei fratelli Taviani " aus dem Jahre 1974 plünderte Tarantino das Ouvrée des Meisters. Für Fans sicher ein Muss, der Film und der Soundtrack, vor allem die raren Morricone-Tracks haben ihren Reiz. ego


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