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Hugo Cabret

Es kommt selten vor, das muss ich an dieser Stelle einmal zugeben, dass ich bei Kinomärchen wirklich gebannt und fasziniert im Kino sitze. Altmeister Martin Scorsese hat es mit seinem HUGO CABRET geschafft. Dazu beigetragen hat aber auch - und nicht zum kleinen Teil - die Musik von Howard Shore, der dieses Abenteuer das Waisen Hugo - wunderbar gespielt vom Neuling Asa Butterfield - und die Geschichte des Stummfilmpioniers Georges Melies (endlich wieder in Form Ben Kingsley) musikalisch begleitete.
Um es gleich zu sagen, dieser Film ist kein Kinderfilm - auch wenn davon immer wieder die Rede ist. Kinder werden zwar auch ihren Spaß haben, doch Scorsese hat sich auf eine, seine, magische Weise vor der Geschichte des Films verbeugt und vor allem vor dem Stummfilmpionier Georges Melies. Und so magisch und in 3D die Bilder des 12jährigen Hugo, der in Zimmern über einem Pariser Bahnhof lebt und dort an einer mechanischen Puppe arbeitet, die einst sein - inzwischen verstorbener - Vater mit nach Hause brachte - sind, so magisch die Entschlüsselung des oder besser der Geheimnisse um den Alten in seinem Bahnhofsladen in Szene gesetzt werden, so magisch hat sich auch Howard Shore seinen Score gedacht.
Das Flair der Seinemetropole durchdringt - fast schon als eigenes Thema die Musik. Man muss es Shore neidlos zugestehen, nach dem Herrn der Ringe, ist ihm nun ein prachtvoller Herr der Uhren und der Mechanik des Films gelungen - ohne dabei aber in jene mechanische Routine zu verfallen, die viele der modernen Scores prägt. Die großen Emotionen haben ihren Auftritt, schwelgerisch und doch auch fast intim. HUGO CABRTET ist ein kompromissloser Film im besten Sinn des Wortes. Scorsese singt das Hohelied der Filmkunst und Shore begleitet dies mit einem ebenso kompromisslosen Soundtrack, der seinen gesanglichen Höhepunkt in der Zusammenarbeit mit dem letztjährigen Shootingstar Frankreichs, ZAZ, findet. Ihr COUER VOLANT wurde zwar nicht für einen Oscar nominiert, aber Shore darf sich wenigstens noch Hoffnungen machen. eGo


**** für den Film

***** für den Soundtrack (Soundtrack des Monats Februar 2012)